Klare Strukturen in der Erziehung

Josefine Spieweck (Kindertagespflegestelle “Sonnenblume”)
Immer mehr zeigen sich heute Probleme in unserer Gesellschaft, die oftmals Ihre Wurzeln in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen haben. Die Freizeit wird heute zum Großteil mit Fernsehen, Computer, Internet und Spielekonsolen verbracht. Der zunehmende Bewegungsmangel ist noch gekoppelt mit meist ungesunder Ernährung und führt häufig bereits im Kindesalter zu gesundheitlichen Problemen.

Auch hier gilt der alte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“. Ein im Kindes- und Jugendalter anerzogenes bzw. angewöhntes Fehlverhalten lässt sich später nur schwer verändern.

Verbindliche Regeln und klare Strukturen können hier helfen. Am besten ist es, wenn sie mit dem Kind gemeinsam festgelegt werden. Als Hilfestellung ein paar Tipps, wie solche Strukturen aussehen könnten:

    • Beim Fernsehen sollten man gemeinsam mit dem Kind bestimmte, dem Alter entsprechende Sendungen auswählen, die angesehen werden dürfen. Achten Sie darauf, dass nach den vereinbarten Sendungen der Fernseher abgeschaltet wird.
    • Bei Computer- und Konsolenspielen sollte ein festes Tageslimit gesetzt werden. Schauen Sie sich die Spiele, die Ihr Kind spielt, mit an und informieren Sie sich über den Inhalt des Spiels.
    • Planen Sie gemeinsame Bastelzeiten ein. Dies fördert die Phantasie und die Kreativität des Kindes und hilft bei der Entwicklung der Feinmotorik.
    • Familien- und Gesellschaftsspiele sind ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Teamgeist, aber auch der Umgang mit Niederlagen, erlernt werden kann.
    • Ausflüge, kleinere Spaziergänge und Radfahren in der freien Natur sind ideal dazu geeignet, auf spielerische Art Wissen zu vermitteln. Kinder sind oft neugierig und können meist gut beobachten. So entdecken sie immer wieder Dinge, für die Erwachsene oft schon den Blick verloren haben.
    • Beim den Mahlzeiten sollte neben einer ausgewogenen Ernährung auch auf feste Essenszeiten geachtet werden. Für den „Kleinen Hunger“ zwischendurch bietet sich Obst hervorragend an. Auch Süßigkeiten sind in kleinen Mengen erlaubt, sollten aber wegen des meist hohen Zucker- und Fettgehalts nicht zur Gewohnheit werden. Und so banal das auch klingt: viele Probleme kann man schon durch intelligentes Einkaufen vermeiden.


Es empfiehlt sich, einen Tagesplan zu erarbeiten indem die wichtigsten Abläufe in groben Zügen geregelt werden. So sollten Ruhezeit, Essenszeit, Zeit für Schulaufgaben usw. einen festen Platz haben. Individuelle Abweichungen können von Fall zu Fall genehmigt werden, sollten aber nicht zu einer generellen Missachtung des Plans führen.

Nicht vergessen sollte man, dass jedes Kind anders ist. Hier gilt es die richtige Balance zu finden und auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Schwächere sollten entsprechend unterstützt und Stärkere zur Rücksichtnahme erzogen werden. Dabei ist es unerlässlich, sich die Meinungen und Beweggründe der Kinder anzuhören und diese auch ernst zu nehmen. Das Ziel sollte sein, eine Gemeinschaft zu entwickeln, in der jedes Kind seinen Platz finden, seine Persönlichkeit entwickeln sowie Liebe und Annahme erfahren kann.

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